22
Jan
2026
Warum ich male, ohne zu wissen, was entsteht – ein Blick in meinen künstlerischen Prozess
Ich beginne ein Bild meist ohne Plan.
Ohne Skizze.
Ohne Ziel.
Nicht, weil mir etwas fehlt –
sondern weil ich dem Raum geben möchte, was sich zeigen will.
Die leere Leinwand ist für mich kein Mangel.
Sie ist ein offener Raum.
Ein Moment von Weite, in dem noch alles möglich ist.
Ich weiß zu Beginn nicht, welche Farben kommen werden.
Ich weiß nicht, welche Formen bleiben.
Und ich weiß nicht, wann ein Bild „fertig“ ist.
Ich weiß nur:
Ich bin da.
Und ich höre zu.




Malen als Dialog – mein künstlerischer Prozess
Mein Malprozess ist kein Machen, sondern ein Antworten.
Ein stiller Dialog zwischen Wahrnehmung, Bewegung und Material.
Manchmal entsteht Spannung.
Manchmal Ruhe.
Manchmal etwas, das sich erst Tage später einordnet.
Ich greife ein – und lasse wieder los.
Ich folge – und halte inne.
Das Bild entwickelt eine eigene Sprache.
Und irgendwann übernimmt es die Führung.
Kontrolle loslassen beim Malen
Nicht zu wissen, was entsteht, erfordert Vertrauen.
In den Moment.
In die eigene Wahrnehmung.
In den Prozess selbst.
Ich habe gelernt, dass Kontrolle im Malen oft verengt.
Während Offenheit Raum schafft.
Ein Bild darf sich verändern.
Es darf kippen.
Es darf auch scheitern.
Denn genau dort entsteht Tiefe.
Kunst als Erfahrung, nicht als Ergebnis
Meine Bilder sind keine Antworten.
Sie wollen nichts erklären.
Sie wollen nichts „lösen“.
Sie sind Einladungen.
Einladungen zum Innehalten.
Zum Spüren.
Zum eigenen Sehen.
Was jemand in einem Bild erkennt, ist nicht steuerbar –
und genau das ist Teil seiner Kraft.
Wann ein abstraktes Bild für mich fertig ist
Ein Bild ist für mich dann fertig,
wenn es nichts mehr von mir verlangt.
Wenn es steht.
Wenn es trägt.
Wenn es atmet.
Manchmal geschieht das schnell.
Manchmal nach vielen Schichten.
Manchmal erst, wenn ich aufhöre, eingreifen zu wollen.
Dann darf es gehen.
In einen Raum.
Zu einem Menschen.
In eine neue Beziehung.
Und beginnt dort erneut zu wirken –
auf ganz eigene Weise.
Wenn du dich von einem Bild angesprochen fühlst,
ist das kein Zufall.
Vielleicht berührt es etwas,
das gerade Raum braucht.
Vielleicht darf es einfach da sein –
ohne Worte.
Meine Arbeiten können im Atelier erlebt werden.
In Ruhe.
Ohne Kaufdruck.
Ohne Erwartung.
Wenn du Fragen hast, ein Bild sehen möchtest
oder den Wunsch verspürst, in Kontakt zu treten,
freue ich mich über eine Nachricht.
Manchmal beginnt eine Begegnung ganz leise.
Mit einem Bild.
Und einem Moment des Wiedererkennens.
Die 2. Krefelder Atelierausstellung
Atelierausstellung im Atrium39 – zwei Tage voller Kunst, Begegnung und lebendiger Energie
Die Krefelder Atelierausstellung am 2. und 9. November 2025 hat das Atrium39 auf eine ganz besondere Weise erfüllt. Für mich war es bereits das zweite Mal, dass ich meine Bilder im Rahmen dieser stadtweiten Ausstellung zeigen durfte – und dennoch war es wieder neu, intensiv und voller schöner Überraschungen.
Ich habe meine Arbeiten schon oft präsentiert, doch diese beiden Tage hatten ihre ganz eigene Atmosphäre: offen, neugierig, wertschätzend. Viele Menschen kamen vorbei, manche zum ersten Mal, andere erneut – und jeder brachte seine eigene Geschichte, sein eigenes Empfinden mit. Genau das liebe ich an dieser Ausstellung: Kunst wird zum Gespräch, zum Austausch, zur Brücke zwischen Menschen.
Besonders gefreut hat mich, dass ich diesmal zwei wunderbare Künstlerinnen als Gäste im Atrium39 begrüßen durfte:
Christine Renner mit ihren kraftvollen Bildern und Carolin Morgenstern mit ihrer zarten, faszinierenden Glaskunst. Ihre Werke haben den Raum verwandelt und auf eine so stimmige Art ergänzt, was ich mit dem Atrium39 lebe: Vielfalt, Tiefe und Offenheit.
Ein echtes Highlight war der Auftritt des Improtheaters Müllerschön. Mit ihrem spontanen, warmherzigen, humorvollen Spiel haben sie den Besucherinnen und Besuchern einen besonderen Moment geschenkt.
Ich möchte mich ausdrücklich noch einmal bedanken – für eure Energie, euren Mut, eure Freude. Ihr habt den Tagen ein Leuchten gegeben.
Diese zwei Ausstellungstage waren für mich ein Geschenk. Sie haben gezeigt, wie lebendig Kunst sein kann, wenn Menschen zusammenkommen, sich berühren lassen und miteinander in Resonanz gehen.
Ich freue mich auf alles, was im Atrium39 weiter wachsen darf.
Danke an alle, die da waren und diesen Raum mit ihrer Präsenz gefüllt haben.


Bewegte Poesie trifft Kunst – ein stiller Beitrag zum Frieden
In unruhigen Zeiten braucht es Orte, die erinnern: an das Wesentliche, an das Menschliche, an das Leuchten, das auch im Dunkel sichtbar bleibt. Genau das durfte entstehen – in der kleinen Treppenhausgalerie der Praxis Kaufmann/Wache in Krefeld.
Seit einigen Wochen sind dort meine Bilder zu sehen – intuitiv, vielschichtig, Ausdruck innerer Bewegung. Besonders berührend ist der Dialog mit der Poesie von Tina Spanier: Ihre Texte waren zum Teil Grundlage meiner Arbeiten, zum Teil entstanden Gedichte im Nachklang zu den Bildern. Ein Wechselspiel aus Farbe und Wort, aus Gefühl und Resonanz.
Am 18. Mai 2025 luden wir zum Begegnungscafé „Bewegte Poesie trifft Kunst“ – ein Nachmittag voller Austausch, Stille, Kaffee und Kuchen. Gemeinsam mit Tina Spanier durften wir unsere gemeinsame Botschaft teilen: Ermutigung in unruhigen Zeiten. Ein Beitrag zum Frieden im Kleinen.
Die Ausstellung ist weiterhin in den Praxisräumen zu sehen – ein stiller Raum für Betrachtung, für Nachklang, für das, was sich zeigen will. Herzlichen Dank an Dr. Bernd Kaufmann, Dr. Gertrud Wache und das gesamte Team für die Offenheit, die Einladung und das Mittragen.
Vom Mut zur Veränderung – Rückblick auf die Krefelder Atelierausstellung im Atrium39
Zwei Sonntage öffnete das Atrium39 seine Türen – und wurde zum Resonanzraum für Kunst, Wort, Licht und lebendige Begegnung.
Unter dem Titel „Vom Mut zur Veränderung“ versammelten sich Werke, Stimmen und Ausdrucksformen, die berühren, bewegen und zum Innehalten einladen.
Meine Malerei – intuitiv, vielschichtig, oft körperlich und farblich tief – stand in einem besonderen Dialog mit der Lyrik von Tina Spanier. Zwischen uns entstand eine feine Synergie: Sie dichtete zu meinen Bildern, ich malte zu ihren Gedichten. Es war ein Wechselspiel aus Farbe und Wort, aus innerer Bewegung und poetischer Resonanz – ein gemeinsamer Ausdruck, der sich über die Grenzen der Disziplinen hinweg entfalten durfte.
Neben unseren Beiträgen bereicherten weitere Künstlerinnen und Künstler die Ausstellung: – Beate Kratzenstein mit kraftvoller Keramik – Skulptur und Gefäß – Christine Tepferd mit Skulpturen in Holz – archaisch und lebendig – Chapeau Bas mit einer atmosphärischen Lichtshow, die den Raum in neue Farben tauchte – Müllerschön Improvisationstheater, das mit Humor und Tiefe den Moment feierte.
Es war ein Fest der Sinne, der Offenheit und des Mutes zur Veränderung. Ich danke allen Besucher*innen für ihr Kommen, ihr Lauschen, ihr Mit-Sein. Das Atrium39 bleibt ein Ort für Wandlung, Ausdruck und stille Tiefe – und ich freue mich auf alles, was sich weiter zeigen will.













